Österreichische Initiative fällt auf fruchtbaren Boden
Derzeit gibt es in Europa nur rechtlich unverbindliche Vereinbarungen zum Schutz und zur nachhaltigen Bewirtschaftung von Wäldern. So existieren auf EU-Ebene eine EU-Forststrategie und ein EU-Forstaktionsplan, für den gesamteuropäischen Raum bestehen Deklarationen und Resolutionen. Um diese Situation zu verbessern, hat Österreich 2007 bei der 5. Ministerkonferenz zum Schutz der Wälder in Europa in Warschau angeregt, alle Möglichkeiten für ein diesbezügliches Rechtsabkommen zu überprüfen.
Diese Initiative Österreichs ist auf ein durchwegs positives Echo gestoßen. Unter dem Dach der Ministerkonferenz, der 46 Staaten einschließlich der Russischen Föderation sowie die EU als Signatare angehören, wurden unter dem Kovorsitz unseres Landes zwei Arbeitsgruppen eingerichtet. Diese hatten die Aufgabe, in Vorbereitung der Oslo-Konferenz verschiedene Optionen für ein solches Rechtsabkommen aufzuzeigen. Außerdem galt es, den Mehrwert gegenüber der derzeitigen Situation darzustellen und mögliche Auswirkungen auf bestehende globale und regionale Abkommen, Institutionen und Prozesse zu analysieren.
"Ich erwarte mir, dass alle Länder dieses notwendige Abkommen unterzeichnen, das ganz im Sinne unserer nachhaltigen, europäischen Forstwirtschaft ist", so Berlakovich. Bei der im Rahmen der Ministerkonferenzen geführten forstpolitischen Diskussion handelt es sich um einen länderübergreifenden Prozess, der 1990 eingeleitet wurde. Primär basierte er auf der freiwilligen Verpflichtung der derzeit 47 Unterzeichner. Die EU ist seit Beginn des Prozesses Vertragspartei und hat bislang alle Entschließungen und Erklärungen mitgetragen. Die nun anstehende Konferenz gilt als wichtiger Meilenstein für die nachhaltige Forstbewirtschaftung in Europa.