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Köstinger: Eiweißlücke wird zur Sicherheitsfrage für EU-Landwirtschaft

Verstärkter europäischer Futtermittelanbau im Sinne des Klimaschutzes.
"Die Eiweißlücke im Futtermittelbereich wird in der EU zum Großteil mit Importsoja geschlossen. Das entspricht nicht dem Ziel der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP), eine ökologische und unabhängige Landwirtschaft zu forcieren. Es ist an der Zeit, dass wir die Anbauflächen für Eiweißpflanzen in der EU erweitern, denn mit jeder zusätzlichen Tonne leisten wir einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und sichern unsere Unabhängigkeit bei der Lebensmittelversorgung", betonte ÖVP-Agrarsprecherin Elisabeth Köstinger anlässlich der heutigen Abstimmung im Agrarausschuss des Europäischen Parlaments (EP) zum Proteindefizit in der EU.

"Die Kommission bekommt vom EU-Parlament einen klaren Auftrag: Es braucht rechtliche Instrumente, durch die das Defizit ausgeglichen werden kann. Um unabhängig zu werden, müssen alle Teilbereiche der Eiweißerzeugung mobilisiert werden", erklärte Köstinger. Nur 3% der gesamten Ackerfläche der EU werden verwendet, um Eiweißpflanzen anzubauen. Das schafft angesichts der enormen Preisschwankungen auf den Weltmärkten eine besorgniserregende Abhängigkeit. "Regenwaldrodungen, lange und CO2-intensive Transporte und der steigende Einsatz von gentechnisch manipulierten Pflanzen können langfristig nur vermieden werden, wenn wir den Anbau von Soja-, Getreide- und Ölsaaten in europäischen Regionen fördern", forderte Köstinger entsprechende Maßnahmen im Rahmen der Neuausrichtung der GAP. "Wichtig ist auch die Förderung von Forschungsprojekten zur Kultivierung und Ertragsoptimierung. Auch eine Verbesserung der Fruchtfolgesysteme sollte überlegt werden", sagte die EP-Abgeordnete.
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Vorbildland Österreich setzt auf Soja-Anbau

Einmal mehr erweist sich Österreich als Vorbild: Entgegen dem EU-Trend haben die österreichischen Bäuerinnen und Bauern mehr Sojabohnen auf ihren Feldern gesät. Im Jahr 2010 kam es zu einer Steigerung der Anbauflächen um rund 40%, im Biolandbau verzeichnete man sogar Zuwächse um über 100%. "Die österreichische Landwirtschaft hat in den letzten Jahren eindrucksvoll gezeigt, dass Versorgung langfristig über die regionale Produktion gesichert werden könnte. Wer bei Soja über den Tellerrand schaut, sollte seinen Blick nicht mehr auf Südamerika richten. Das Bemühen der Landwirte um eine sichere, regionale Futtermittelqualität muss auch fair abgegolten werden", forderte Köstinger.
26.01.2011
Autor:Redaktion
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