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LK Österreich: Milchmarkt braucht rasch EU-weite Entlastungsmaßnahmen

22. Juni in Luxemburg: Milchbauern demonstrieren vor EU-Agrarministern
Milchsprecher der LK-Österreich und Präsident der LK Vorarlberg © LK Vorarlberg
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Milchsprecher der LK-Österreich und Präsident der LK Vorarlberg © LK Vorarlberg
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Milchsprecher der LK-Österreich und Präsident der LK Vorarlberg © LK Vorarlberg
Milchsprecher der LK-Österreich und Präsident der LK Vorarlberg © LK Vorarlberg
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"Nur wirksam gesetzte Europaweite Entlastungsmaßnahmen können Besserung für den derzeit völlig darnieder liegenden Milchmarkt bringen. Denn nicht die steigende Anlieferung von Milch, sondern der eingebrochene Absatz hat diese seit Jahren größte Krise für die Milchwirtschaft ausgelöst.
 
Es gilt daher, rasch auf EU-Ebene Maßnahmen zu setzen, die kurzfristig den Absatz ankurbeln. Solche können jedoch nur die EU-Agrarminister gemeinsam mit der Europäischen Kommission auf den Weg bringen. Wir verlangen daher dringend massive Anreize für die Industrie, statt pflanzlichen Ersatzprodukten wieder Milchprodukte in ihre Rezepturen einzubauen und sind gleichzeitig für klarere Etikettierungsvorschriften, um den Konsumenten deutlich zu machen, wo z. B. Kunstkäse oder Pflanzenfett verwendet wird.
 
 Die Entlastungsmaßnahmen für den Markt, wie Exporterstattungen, Intervention und private Lagerhaltung sind, so lange abnormale Marktverhältnisse andauern, fortzuführen. Darüber hinaus können auch alternative Verwertungsmöglichkeiten, wie die Verwertung für Kälberfutter, Druck vom Markt nehmen", erklärte der Sprecher der österreichischen Milchbauern, Josef Moosbrugger, Vorsitzender des Ausschusses für Milchwirtschaft der LK Österreich und Präsident der LK Vorarlberg, der alle Marktbeteiligten dazu aufrief, Panikreaktionen zu vermeiden und sich von der nach wie vor praktizierten "Geiz-ist-geil-Mentalität" zu verabschieden.
 
EU-Maßnahmen auch nach Quoten-Ende
"Das Auslaufen der Milchquoten ab 2015 und die fortschreitende Liberalisierung der EU-Landwirtschaft, nicht zuletzt auch als Folge der WTO-Handelsregeln, sind Tatsachen, die sich nicht wegleugnen lassen. Doch die jetzige Situation zeigt, dass es auch in Zukunft nicht ohne ordnende Eingriffe in das Marktgeschehen gehen wird, will man zum Schaden von Bauern, des Handels und und der Konsumenten permanente radikale Preis-Sprünge nach oben und unten vermeiden. Daher sprechen wir uns für die Beibehaltung der Marktordnungsinstrumente Exporterstattungen, Intervention und private Lagerhaltung auch nach 2015 aus. Außerdem werden auch nach 2015 die Nachteile der Berggebiete, wie Entfernungen, Klima, Hangneigung etc. nicht geringer werden.
 
 Daher verlangen wir auch weiterhin Direktzahlungen für die Landwirtschaft, wie die Milchkuhprämie", so Moosbrugger weiter, der vor allem davor warnte, stets mit Billigpreisvergleichen die heimische Milchwirtschaft noch weiter unter Druck zu bringen: "Billig hat kurze Beine. Die Preisvergleiche berücksichtigen nicht die hohe Qualität heimischer Milchprodukte, die eben ihren Preis hat." Milchkuh ist keine Maschine "Eine Milchkuh ist keine Maschine und ein Stall keine Fabrik. Man kann man eine Kuh und einen Bauernhof nicht heute abdrehen und morgen anwerfen und die Kuh lässt sich auch nicht auf Kurzarbeit umprogrammieren.
 
 Die Landwirtschaft ist halt kein Industriezweig wie jeder andere. Denn es geht immer noch um Lebensmittel und die Grundversorgung an existenziellen Bedürfnissen der Bevölkerung", stellte Moosbrugger weiter fest. Moosbrugger wörtlich: "Die Frage ist, welche Milchwirtschaft und welche Milchprodukte wollen die Österreicher. Man kann auch den Weg der Industrialisierung gehen. Doch was wäre die Folge? Es muss uns klar sein, dass so ein Schritt zwar billige aber anonyme Massenprodukte ohne jegliche Spezialitäten bedeutet und die Produktion nur noch in wenigen zentralen Großeinheiten durchgeführt werden würde. Außerdem würde nur noch die Landschaft in den Gunstregionen gepflegt, was nicht ohne Auswirkungen auf die Fremdenverkehrswirtschaft bliebe. So ein Weg ist für uns schlicht Zukunftsraub und wird daher sowohl von den Bauern als auch von den Konsumenten strikt abgelehnt".
 
Demonstration Montag, 22. Juni 2009, Luxemburg "Bauern in der Krise", "Ohne Bauern kein Essen!", "Krisenplan für Bauern - jetzt!" und "Für einen fairen Anteil am Wert unserer Arbeit" lauten die Kernbotschaften, die mehrere tausend Demonstranten in Luxemburg den dort tagenden EU-Agrarministerrat übermitteln wollen. An der Demonstration, die in Luxemburg anlässlich der Ratstagung am Montag, dem 22. Juni 2009 von 13.00 bis 15.00 Uhr statt finden wird, nehmen aus Österreich neben LK-Präsident Gerhard Wlodkowski und Milchbauern-Sprecher Josef Moosbrugger auch weitere Spitzenrepräsentanten der Bauernvertretung, wie Präsident Fritz Grillitsch teil.
18.06.2009
Autor:Dr. Josef Siffert
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