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Neues bäuerliches Dienstleistungszentrum in Rotholz eröffnet

Samendepotstelle lagert 2 Mio. Spermaportionen von 4.000 Tieren und 20 Rassen.
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Nach fünfmonatiger Bauzeit und der Übersiedlung des gesamten Lagers mit fast 2 Mio. Spermaportionen hat die Landwirtschaftskammer Tirol am vergangenen Wochenende (17.03.2012) die neue Samendepotstelle in Rotholz offiziell eröffnet. Die Anlage entspricht allen tierschutz-, veterinär- und arbeitsrechtlichen Vorgaben und gilt als ein weiteres Zukunftsprojekt der Tiroler Landwirtschaft. Als bäuerliches Dienstleistungszentrum konzipiert zählen neben den Kernaufgaben wie Lagerung, Lagerverwaltung und Versorgung der Besamer in Tirol auch der Vertrieb von Besamungsartikeln aller Art, Verkauf und Vermietung von Stickstoff-Containern sowie Qualitätssicherung und Organisation von Ausbildungskursen zu den Kompetenzen. "So erhalten wir den hohen Servicestandard für Tirols Eigenbestandsbesamer, Tierärzte und Besamungstechniker", erklärte LK-Präsident Josef Hechenberger.

In Rotholz werden mehr als 2 Mio. Samenportionen von rund 4.000 verschiedenen Tieren und 20 unterschiedlichen Rassen gelagert. Pro Jahr werden rund 160.000 Rinder-Samenportionen ausgegeben und 62 Tierarztpraxen, neun Besamungstechniker sowie 892 Eigenbestandsbesamer mit Samen und Stickstoff versorgt. Zu den Kunden der Samendepotstelle zählen neben den Tiroler Rinderzuchtverbänden auch die Pinzgauer-Züchter im Salzburger Rinderzuchtverband, der Vorarlberger Braunviehzuchtverband sowie die ARGE Braunvieh. Künftig soll auch die Lagerung von Pferde- und Ziegensamen weiter ausgebaut werden. Außerdem werden Fruchtbarkeitsuntersuchungen für männliche Zuchttiere bei Rindern, Schafen und Ziegen angeboten. Das Service in den Bereichen Lagerung und Logistik wird durch ein spezifisches Ausbildungsangebot für Eigenbestandsbesamer ergänzt.

Vorteile der künstlichen Besamung

Die künstliche Besamung wurde ursprünglich zur Seuchenbekämpfung eingeführt und aufgrund des enormen Erfolges beibehalten. Sie wird vor allem bei Pferden, Rindern und Schweinen durchgeführt. Die Vorteile gegenüber der natürlichen Besamung sind beispielsweise die Nutzung besonderer Vererber und Veredler auch über weit entfernte Strecken, der Schutz vor Deckinfektionen und Verletzungen, die Entlastung stark frequentierter Vatertiere sowie die Besamung von vielen weiblichen Tieren. Mittlerweile werden 80% der bäuerlichen Nutztiere in Tirol künstlich besamt.
19.03.2012
Autor:Redaktion
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