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Reportage: Schritt für Schritt zum Erfolg in der Mutterkuhhaltung

Christof Themeßl (36) aus Dellach/Gailtal hat 2001 den Betrieb seiner Eltern übernommen. Betriebszweige waren damals Milchviehhaltung und Kalbinnenaufzucht. Mithilfe des Arbeitskreises Mutterkuh richtete er seinen Betrieb erfolgreich neu aus.
Erfolgreiche Mutterkuhhalterfamilie Themeßl mit BetriebsleiterChristof mit Sohn Jonas  Gattin Kristin und Eltern Maria und Christof.
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Erfolgreiche Mutterkuhhalterfamilie Themeßl mit Betriebsleiter Christof mit Sohn Jonas, Gattin Kristin und Eltern Maria und Christof.
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Erfolgreiche Mutterkuhhalterfamilie Themeßl mit Betriebsleiter Christof mit Sohn Jonas, Gattin Kristin und Eltern Maria und Christof.
Erfolgreiche Mutterkuhhalterfamilie Themeßl mit BetriebsleiterChristof mit Sohn Jonas  Gattin Kristin und Eltern Maria und Christof.
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Der Betrieb von Christof Themeßl hatte im Jahr 2001 eine Milchkontingentausstattung von 55.000 kg. Da am Betrieb die Arbeitskräfte größtenteils für die Milchviehhaltung benötigt wurden, die Anbindehaltung den Vorgaben des Tierschutzrechtes nicht mehr entsprach und auch die Almweide nicht optimal für den Betrieb ausgenützt werden konnte, hat sich Herr Themeßl eine Neuausrichtung des Betriebes überlegt.
 
Für ihn kamen zwei Varianten in Frage: Die Investition in die Milchviehhaltung oder die Umstellung auf Mutterkuhhaltung. Da der Betriebszweig Mutterkuhhaltung für Christof Themeßl völlig unbekannt war, suchte er nach einer kompetenten Beratung. Diese fand er in der Arbeitskreisberatung für Mutterkuhhaltung der Landwirtschaftskammer Kärnten. Gemeinsam wurden der Betrieb anhand einer Betriebsanalyse durchleuchtet, die Deckungsbeiträge von Milchviehhaltung und Mutterkuhhaltung verglichen und für den Betrieb angepasst.
 
Weiters wurden die Produktionsverfahren in der Mutterkuhhaltung durchbesprochen und auch Mutterkuhbetriebe mit unterschiedlichen Produktionsverfahren bzw. unterschiedlichen Haltungssystemen besichtigt. Themeßl fasste schließlich den Entschluss, den Betrieb auf Mutterkuhhaltung umzustellen.

Gut beraten mit Kennzahlen

Durch die intensive Arbeitskreisberatung wurde die Umstellung auf den Betriebszweig Mutterkuhhaltung wesentlich erleichtert. Im Herbst 2006 wurde die Milchanlieferung eingestellt, anschließend das Milchkontingent verkauft und im darauf folgenden Jahr der bestehende Stall zu einem Laufstall für Mutterkühe umgebaut. Christof Themeßl trat gleich dem Arbeitskreis Mutterkuhhaltung bei.
 
Nach vierjähriger Mitgliedschaft im Arbeitskreis Mutterkuhhaltung kann er viele positive Dinge von seiner Teilnahme an der AK-Beratung berichten. Neben der fachlichen Weiterbildung und der speziellen Beratung am Hof sind die Datenerfassung und die Kennzahlenauswertung unverzichtbare Hilfestellungen für eine erfolgreiche Betriebsführung.

Augenmerk auf die Fruchtbarkeit

Am Betrieb werden Einsteller produziert. Da der Betrieb biologisch bewirtschaftet wird, gibt es auch die Möglichkeit, Jungrinder über die Bioschiene zu vermarkten. Dabei ist insbesondere für die weiblichen Tiere ein deutlich höherer Erlös als bei der Einstellervermarktung zu erzielen. Der Laufstall ist als Tieflaufstall ausgeführt und bietet die Möglichkeit, die Mutterkühe in den einzelnen Laktationsabschnitten in Gruppen zu unterteilen, um sie leistungsgerecht versorgen zu können.
 
Die Fruchtbarkeit hat neben den Kälberverlusten einen großen Einfluss auf die Wirtschaftlichkeit in der Mutterkuhhaltung. Diese wird mit der Kennzahl Zwischenkalbezeit erhoben. Vor dem Beitritt zum Arbeitskreis wurden am Betrieb nie Aufzeichnungen gemacht. Mit der ersten Datenerfassung wurde klar, dass das Ziel einer durchschnittlichen Zwischenkalbezeit von 365 Tagen nicht erreicht wurde. Der Betrieb hatte eine durchschnittliche Zwischenkalbezeit von 433 Tagen bei 14 Kühen. Für die Wirtschaftlichkeit bedeutete dies, dass am Betrieb jährlich auf etwa 1500 Euro verzichtet wurde.
 
Maßnahmen zur Verbesserung der Fruchtbarkeit und der Zwischenkalbezeit waren der Umbau des Stalles, die Optimierung der Fütterung  und der Zukauf eines Deckstieres. Die Auswertungen aus dem Kalenderjahr 2009 zeigen, dass die Maßnahmen erfolgreich waren, denn die 23 Mutterkühe am Betrieb Themeßl erreichten eine durchschnittliche Zwischenkalbezeit von 343 Tagen.

Weitere Ziele anvisiert

Die weiteren Ziele für die Zukunft des Betriebes sind die Verbesserung der Produktionstechnik und der Wirtschaftlichkeit, damit der Betriebsführer einen wirtschaftlichen, gesunden und lebensfähigen Vollerwerbsbetrieb der nächsten Generation weitergeben kann, so wie er ihn von seinen Eltern übernommen hat.

Betriebsspiegel

  • Name und Adresse: Christof (36) und Kristin (31) Themeßl, vlg. Schneider, Nölbling 4, 9635 Dellach/Gailtal (Bezirk Hermagor)
  • Familie: Sohn Jonas (drei Monate), Eltern Maria (65) und Christof (72)
  • Seehöhe: 662 m
  • Jahresniederschlag: ca. 1500 mm
  • Betriebsgröße: 22 ha landw. Nutzfläche, davon 15 ha Dauergrünland (5 ha gepachtet), 7 ha Acker (Silomais, Wechselwiese und Getreide);  50 % Anteilsrecht an der Agrargemeinschaft, Größe: 123 ha, davon sind 36 ha Weidefläche
  • Forstwirtschaftliche Nutzfläche: 30 ha
  • Betriebszweige: Mutterkuhhaltung, Forstwirtschaft, Almwirtschaft und diverse Nebentätigkeiten

Arbeitskreis Mutterkuh

  • Die Arbeitskreisberatung Mutterkuhhaltung und Rindfleischproduktion stellt einen Beratungs- und Bildungsschwerpunkt der LK Kärnten dar.
  • Neben Fachvorträgen und Weiterbildungsveranstaltungen werden biologische Kennzahlen erhoben und ausgewertet, die wertvolle Auskünfte über den Betriebszweig Mutterkuhhaltung und für die Betriebsführung geben.
  • Die Kennzahlen können mit denen anderer Betriebe verglichen werden, um so Schwachstellen und Verbesserungsmöglichkeiten des eigenen Betriebes zu erkennen.
  • Geleitet wird der Arbeitskreis von LK-Mitarbeiter Dietmar Grilz, der auch für die Produktionsberatung in der Mutterkuhhaltung und für die Umstellungsberatung von Milchviehhaltung auf Mutterkuhhaltung zuständig ist. Für Interessierte am Arbeitskreis bzw. Anfragen und Fachberatung steht Ihnen Dietmar Grilz unter Telefon (0 46 3) 58 50-15 09 gerne zur Verfügung. 
Links zum Thema
  • Bildergalerie: Betrieb Themessl
16.11.2010
Autor:Dietmar Grilz, LK Kärnten
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