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Waldwirtschaftsplan oder einfacher Nutzungsplan?

Egal wofür man sich entscheidet, für die optimale Bewirtschaftung der Waldflächen sollte man auf eines von beiden zurückgreifen können! Welche Vorteile diese zwei Varianten den Waldbauern bringen, erklärt LK-Forstexperte Johann Sandler.
Der Waldwirtschaftsplan geht wesentlich über die Erhebung  Auswertungen und Analysen des einfachen Nutzungs-planes hinaus. Die Außenaufnahmen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch  weil die Daten durch Messungen genau erhoben und nur in Ausnahmefällen geschätzt werden. Bei mehr alsacht Hektar Waldbestand ist ein Waldwirtschaftsplan sinnvoll und bei mehr als 20 Hektar ohne Konkurrenz. © Pöchlauer-Kozel
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Der Waldwirtschaftsplan geht wesentlich über die Erhebung, Auswertungen und Analysen des einfachen Nutzungs- planes hinaus. Die Außenaufnahmen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, weil die Daten durch Messungen genau erhoben und nur in Ausnahmefällen geschätzt werden. Bei mehr als acht Hektar Waldbestand ist ein Waldwirtschaftsplan sinnvoll und bei mehr als 20 Hektar ohne Konkurrenz. © Pöchlauer-Kozel
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Der Waldwirtschaftsplan geht wesentlich über die Erhebung, Auswertungen und Analysen des einfachen Nutzungs- planes hinaus. Die Außenaufnahmen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch, weil die Daten durch Messungen genau erhoben und nur in Ausnahmefällen geschätzt werden. Bei mehr als acht Hektar Waldbestand ist ein Waldwirtschaftsplan sinnvoll und bei mehr als 20 Hektar ohne Konkurrenz. © Pöchlauer-Kozel
Der Waldwirtschaftsplan geht wesentlich über die Erhebung  Auswertungen und Analysen des einfachen Nutzungs-planes hinaus. Die Außenaufnahmen nehmen deutlich mehr Zeit in Anspruch  weil die Daten durch Messungen genau erhoben und nur in Ausnahmefällen geschätzt werden. Bei mehr alsacht Hektar Waldbestand ist ein Waldwirtschaftsplan sinnvoll und bei mehr als 20 Hektar ohne Konkurrenz. © Pöchlauer-Kozel
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Auf den ersten Blick sehen der Waldwirtschaftsplan und der einfache Nutzungsplan sehr ähnlich aus. Sie sind aber für unterschiedliche Ansprüche gedacht. Verglichen mit Forstmaschinen würde der einfache Nutzungsplan (ENP) einem Forsttraktor mit Seilwinde und der Waldwirtschaftsplan (WWP) einem Forstschlepper mit Rückfahreinrichtung und Funkseilwinde entsprechen.
 
Beide Pläne haben den Vorteil, dass Fachleute sie erstellt haben. Der Waldbesitzer hat die Gewissheit, dass er sich auf die Ergebnisse und Planungen verlassen und seine Waldbewirtschaftung danach ausrichten kann. Braucht man trotz der Pläne zusätzlich fachmännischen Rat, kann dieser häufig per Telefon erledigt werden, weil man die wesentlichen Daten mit der erforderlichen Genauigkeit einem Forstberater darstellen kann.

Der einfache Nutzungsplan

Damit wird in erster Linie erhoben und festgelegt, welche Bestände in den nächsten zehn Jahren durchforstet oder genutzt werden sollen, wie dringend der Eingriff ist, wie viel Holz anfällt und welche Kosten und Erlöse zu erwarten sind. Im Optimalfall begeht ein erfahrener Forstmann mit dem Waldbesitzer alle Waldflächen. Dabei wird beziehungsweise werden
  • auf einem Orthofoto (Luftbild) jeder Bestand eingezeichnet,
  • die wichtigsten Daten des Standortes wie Neigung, Exposition und Wasserversorgung erhoben,
  • der Holzvorrat, die Bonität und der Anteil der einzelnen Baumarten angeschätzt und vereinzelt mittels Messungen ermittelt,
  • die für den jeweiligen Bestand waldbaulich beste Eingriff mit seiner Dringlichkeit festgelegt und
  • die anfallende Holzmenge mit den zu erwartenden Deckungsbeitrag angeschätzt.
 
Die Erhebungen umfassen auch die pflegebedürftigen Bestände, in denen vor allem Kosten entstehen, aber kaum Erlöse anfallen. Aufforstung, Ergänzung der Naturverjüngung, Nachbesserung, Läuterung, Stamm- und Kronenpflege sowie Stammzahlreduktion sind die wichtigsten waldbaulichen Maßnahmen. Anschließend werden die Aufnahmen in ein EDV-Programm eingegeben und ausgewertet und die wesentlichen Ergebnisse in Tabellen und Grafiken dargestellt. Der Waldbesitzer erhält eine sogenannte Bestandeskarte, in der die einzelnen Bestände eingezeichnet und ihrem Alter entsprechend eingefärbt sind, und den Nutzungsplan. Dieser enthält in übersichtlichen Darstellungen die wichtigsten Informationen über die Bestände und den gesamten Betrieb. Die wesentlichsten Ergebnisse sind:
  • der Holzvorrat in Vorratsfestmeter
  • der laufende Zuwachs
  • die durchschnittliche Bonität
  • die Baumartenanteile
  • die Altersklassenverteilung
 
Das bedeutendste Ergebnis ist die bestandesweise Auflistung der Pflege- und Nutzungsmaßnahmen für die nächsten zehn Jahre.

Der Waldwirtschaftsplan

Er enthält alles, was man auch im einfachen Nutzungsplan findet, geht aber wesentlich über die Erhebungen, Auswertungen und Analysen desselben hinaus. Bei den deutlich zeitaufwändigeren Außenaufnahmen werden die Daten durch Messungen erhoben und nur in Ausnahmefällen geschätzt. In den Auswertungen steht nicht der einzelne Bestand im Mittelpunkt, sondern der Gesamtbetrieb. Am deutlichsten sieht man das beim Hiebsatz. Es wird nicht nur der waldbauliche Hiebsatz berechnet, der der Summe der bei der waldbaulichen Planung im Wald festgelegten Entnahmen entspricht. Beim Waldwirtschaftsplan werden zusätzlich die Auswertungen sorgfältig analysiert und man hinterfragt, ob der erhobene Ist-Zustand dem Optimalzustand entspricht und überlegt, wie dieser erreicht werden kann.
Mit dem daraus abgeleiteten Hiebsatz will man den angestrebten Zielen näherkommen. Altholzüberhang und Pflegerückstände würden zu einer Hiebsatzerhöhung führen. Die Genauigkeit der Aufnahmen und die detaillierten Planungen ermöglichen mit dem nächsten Plan nach Ablauf der Planungsperiode eine aussagekräftige Kontrolle, wie weit die Vorgaben zielführend waren und in welchem Umfang sie umgesetzt wurden.

Wofür soll ich mich entscheiden?

Höfeferne Waldbesitzer und/oder solche, die mit der Forstwirtschaft kaum Erfahrung haben sowie Eigentümer, die jemanden mit der Bewirtschaftung beauftragt haben, sind mit dem Waldwirtschaftsplan besser beraten. Er gibt ihnen mehr Möglichkeiten, die richtige Bewirtschaftung des Waldes zu kontrollieren und sich rasch Rat zu holen. Beträgt die Eigenwaldfläche mehr als acht Hektar ist ein WWP sinnvoll und über 20 Hektar ohne Konkurrenz.

Der einfache Nutzungsplan eignet sich für einen raschen Überblick vor allem für Flächen unter acht Hektar. Waldbesitzer mit entsprechenden praktischen und theoretischen forstlichen Grundkenntnissen, die die Bewirtschaftung großteils selbst durchführen oder zumindest organisieren und überwachen und ihren Wald gut kennen, kann man den Nutzungsplan empfehlen.
 
Umgerechnet auf die Entnahme von nur 40 Erntefestmetern je Hektar bei einer vorsichtigen Erstdurchforstung würden die Kosten für die Erstellung eines Waldwirtschaftsplanes den Festmeter mit rund einem Euro und beim einfachen Nutzungsplan mit 50 Cent belasten. Im Vergleich zum Nutzen ein sehr kleiner Betrag!

Kosten für den einfachen Nutzungsplan und den Waldwirtschaftsplan

Die Kosten für den ENP betragen EUR 20,- je Hektar
und beim WWP bis 11 ha EUR 500,- pauschal
11 bis 69 ha EUR 45,-/ha
70 bis 99 ha EUR 43,-/ha
100 bis 149 ha EUR 40,-/ha
ab 150 ha EUR 37,-/ha
04.01.2012
Autor:DI Johann Sandler
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